Palazzo Branca-Baccalà

Nach verschiedenen Abbrüchen und der jüngsten Aussenrenovation präsentiert sich der Palazzo Branca-Baccalà , dieses “schönste Beispiel herrschaftlichen Barocks der Region des oberen Langensees”, als beeindruckendes, denkmalhaft hervorgehobenes Relikt der einstigen Anlage von Herrschaftshaus, Dienstbotenräumen, Wirtschaftshöfen, Ställen, Nebengebäuden und Gärten, die als „Selbstversorgungs-Zentrum“ (Gilardoni) das ganze östliche Quartier besetzte. Etwas von der einstigen Stimmung vermittelt der gepflästerte Platz mit elegantem Sodbrunnen. Die Entstehungsgeschichte des winkelförmigen, in mehreren Etappen in den Jahrzehnten vor und nach 1700 entstandenen, mehrfach veränderten Herrschaftshauses ist sehr komplex. Die grossartige Geste der seeseitigen Schaufassade – Balkon vor dem Hochparterre, Verkündigung um 1724/25 in der Art von Baldassarre Antonio Orelli, Loggia in der Fassadenmitte (Schriftzug Branca 1747), grünlich-grau gemalte allegorische Figuren zwischen den löwenkopfgeschmückten Konsolen des Mezzaningeschosses, Drachenköpfe der Dachspeier – bezeugt einen ausgeprägten Sinn für kunstvolle, repräsentative Architektur. Im eher traditionell wirkenden Innern haben sich einige auf Papier gemalte Decken sowie eine virtuos auf eine Balkendecke gemalte Kuppelarchitektur mit Pflanzen-, Früchten-, und Landschaftsmotiven erhalten.
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